Steuern sparen nach der Hochzeit – Wann zahlt sich das Ja-Wort aus?

Eine Ehe wird aus romantischen Gründen geschlossen, denn eine Hochzeit ist der beste Beweis für eine tiefe, innige Liebe. Zwei Menschen wagen es sich, ja zueinander zu sagen, sich anzunehmen, wie sie sind, und für die Ewigkeit auf ihre feste Liebe zu bauen. In dem Eheversprechen verbirgt sich der Wunsch, den Rest des Lebens gemeinsam zu verbringen.

Doch eine Hochzeit lohnt sich oftmals auch aus finanziellen Gründen. Mit der Ehe gehen angenehme steuerliche Vorteile einher. Wenn schon bei der Hochzeit viel Geld verloren geht, lässt sich durch die Wahl der richtigen Steuerklasse in den kommenden Jahren wenigstens Geld sparen.

Mögliche Steuerklassen für Ehepaare

Die meisten ledigen Menschen sind der Steuerklasse 1 zugeordnet. Nach der Hochzeit sind folgende Kombinationen möglich:

  • Steuerklasse IV und IV
  • Steuerklasse III und V
  • Steuerklasse IV und IV mit Faktor

Zunächst wird jedes Paar nach der Trauung automatisch in die Steuerklassen IV und IV eingestuft. Ein Wechsel ist aber problemlos möglich. Generell können Verheiratete einmal jährlich die Steuerklasse wechseln. Die Regel dabei lautet: Die Summe der Steuerklassen sollte immer acht ergeben.

Steuerklassen für VerheirateteSteuerklassen IV und IV – der goldene Mittelweg für Gleichverdiener

Welche Steuerklasse das Paar nach der Hochzeit wählen sollte und ob sich der Wechsel in eine andere Steuerklasse überhaupt lohnt, hängt vor allem vom Gehaltsunterschied des Paares ab. Je höher der Einkommensunterschied, umso mehr Steuern lassen sich sparen. Wenn die Eheleute ein ähnliches Einkommen haben, dann ändert sich an der Steuerfront nicht viel und der Steuervorteil tendiert gegen null. Für jene ist die Steuerkombination IV und IV die beste Wahl. Bei Paaren, die sich für diese Kombination entscheiden, sollte die Differenz des Gehalts zehn Prozent nicht überschreiten.

Steuern sparen mit Steuerklasse III und V

Die Steuerklassenkombination III und V lohnt sich für Paare, bei denen einer von beiden viel und der andere wenig oder überhaupt nichts verdient. Wenn ein Ehepartner also mindestens 60 Prozent zum gesamten Einkommen beiträgt, empfiehlt sich der Wechsel der Steuerklasse. Der besser verdienende Partner wählt dabei die Steuerklasse III, während derjenige mit dem geringen Einkommen die Steuerklasse V nimmt. Auf diese Weise kann der Mehrverdiener erheblich bei der Lohnsteuer sparen. Einen kleinen Nachteil hat diese Steuerklassenkombination allerdings schon. Die Kombination III/V führt oft dazu, dass am Ende des Jahres Steuern nachzuzahlen sind.

Steuerklasse IV und IV mit Faktor erspart Nachzahlungen

Die Steuerklasse IV und IV mit Faktor ist ebenfalls für Paare mit unterschiedlich hohen Einkommen geeignet. Bei dieser Steuerkombination wird die Steuervorauszahlung möglichst genau berechnet und die monatliche Steuerlast etwas “gerechter” aufgeteilt als in der III/V-Kombination. Denn auch wenn man bei unterschiedlichen Verdiensten mit der Steuerklasse III und V insgesamt weniger Steuern zahlt, sind die Abzüge beim weniger Verdienenden unverhältnismäßig hoch. Bei der Steuerklasse IV und IV mit Faktor zahlt jeder Partner genau die Lohnsteuer, die seinem Anteil am gemeinsamen Bruttoeinkommen entspricht. Wer also beispielsweise 20 Prozent Einkünfte beisteuert, zahlt auch nur 20 Prozent. Landet das Familieneinkommen ohnehin in einem Topf, kann die Option mit Faktor aber ruhig vernachlässigt werden. Ein weiterer Vorteil des Faktorverfahrens ist, dass die monatlichen Steuern relativ genau abgeführt werden. So kommt es nur selten zu Nach- oder Rückzahlungen. Übers Jahr gesehen macht es aber letztendlich keinen Unterschied, ob man Steuerklasse IV/IV mit oder ohne Faktor gewählt hat.

Fazit

Zusammengefasst gilt: Je weiter die Verdienstschere auseinanderklafft, desto mehr Steuern lassen sich sparen. Am meisten profitieren Paare – jedenfalls aus steuerlicher Sicht – bei denen nur einer arbeitet und dabei richtig viel verdient. In solchen Fällen oder bei großem Einkommensgefälle lohnt sich Kombination III und V. Andernfalls ist die Kombination IV und IV Standard.