Hochzeitsbräuche und Traditionen Teil 2: Alles für eine glückliche Ehe

Selten wird man mit so vielen alten Bräuchen und Ritualen konfrontiert wie bei einer Hochzeit. Zwar haben sich im Laufe der Zeit auch moderne Elemente in die Hochzeit eingeschlichen, wie beispielsweise, dass die sittliche Farbe Weiß beim Brautkleid kein Muss mehr ist, sondern auch Farben wie Rot oder Schwarz für Brautkleider infrage kommen, doch die meisten Handlungen folgen alten Traditionen und Bräuchen und gehören zu einer Hochzeit einfach dazu. Viele der Bräuche sollen das Ehepaar vor bösen Geistern schützen oder für eine glückliche und kinderreiche Ehe sorgen. Ergänzend zum letzten Blogbeitrag wollen wir euch hier noch weitere typische Rituale vorstellen.

Hochzeitstauben fliegen lassen

Einer der romantischsten Hochzeitsbräuche ist wohl das Fliegenlassen weißer Tauben. Als Boten für Liebe, Treue und Frieden passen weiße Tauben perfekt zur Hochzeit und sorgen bei Groß und Klein für Begeisterung. Mit Flügelrascheln steigt ein weißes Federmeer in den Himmel, wenn das Brautpaar gemeinsam den Korb voller Tauben öffnet. Sehr häufig wird ein Taubenpaar gleichzeitig freigelassen, um das Symbol der Treue noch stärker zu betonen, denn hat sich ein Taubenpaar einmal gefunden, bleibt es für immer zusammen – ein Vorbild für alle Brautpaare. Das Freilassen der Tauben symbolisiert den Wunsch des Paares, dass diese tiefe Treue auch ein Grundpfeiler der eigenen Ehe wird.

Die Braut über die Schwelle tragen

Der Ursprung für diesen Brauch liegt in der Angst vor bösen Geistern, die nach altem heidnischen Glauben der Braut ihr Glück nicht gönnen und unter der Türschwelle auf sie lauern. Es ist Aufgabe des Bräutigams, seine Angebetete vor den Dämonen zu schützen. Trägt der frischgebackene Ehemann seine Frau über die Schwelle, können die Dämonen ihr nichts anhaben. Das Ritual hat jedoch noch eine andere symbolische Bedeutung. Eine Hochzeit bringt viele Veränderung mit sich. Aus dem „Ich“ wird ein „Wir“. Wenn der Bräutigam die Braut über die Schwelle der gemeinsamen Wohnung trägt, führt er sie symbolhaft in ein neues Leben. Wohlbehütet und in den starken Armen ihres Mannes lässt die Braut das alte Leben zurück.

Dosen ans Auto hängen

Bei vielen Hochzeiten werden leere Blechdosen mit einer Schnur am Brautauto befestigt. Fröhlich klimpernd schleifen diese hinter dem Auto her und verkünden deutlich, dass hier das frisch vermählte Brautpaar fährt. Unterstützt wird die Geräuschkulisse durch ein Hupkonzert der Gästekolonne. Der Lärm soll aber nicht nur die Aufmerksamkeit auf das Brautauto lenken, sondern zusätzlich die bösen Geister vertreiben.

Baumstamm zersägen

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Beim Baumstamm sägen ist körperliche Arbeit gefragt. Mit einer Schrotsäge, die von der einen Seite geschoben, von der anderen gezogen wird, muss das Brautpaar versuchen, möglichst schnell und synchron einen dicken Stamm zu zersägen. Bei diesem Test beweist das Brautpaar, wie gut es zusammenarbeiten und Schwierigkeiten meistern kann. Neben der Zusammenarbeit steht das Zersägen aber auch für eine Gleichberechtigung in der Ehe sowie für die Balance von Reden und Zuhören, von Aktivsein und Seinlassen, denn das Sägen ist nur erfolgreich, wenn beide abwechselnd an beiden Seiten ziehen.

Die Brautschuhe mit Pfennigen / Cents bezahlen

Ein ganz besonderer Brauch ist das Bezahlen der edlen Brautschuhe mit vorher gesparten 1-, 2- oder 5-Cent-Stücken. Heutzutage ist eine einzige Münze kaum noch etwas wert, doch früher, als wesentlich größere Armut herrschte, wurde jeder Pfennig dreimal umgedreht. Schon ab ihrer Schulzeit begannen Mädchen, für ihren späteren Haushalt zu sparen. Bezahlte eine Braut ihren Schuh schließlich mit Pfennigen, war das ein Zeichen für den Ehemann, dass er seine Zukunft mit einer sparsamen und beständigen Frau verbringen wird. Ein alter Brauch besagt außerdem, wenn die Braut während der Hochzeit eine Münze im Schuh versteckt, wird das Geld während der Ehe nie ausgehen.

Selbstverständlich gibt es noch unzählige weitere Bräuche, wie die Brautentführung oder den Schleiertanz, die auf Hochzeiten für Unterhaltung sorgen und dem Brautpaar eine glückliche Zukunft bescheren sollen.

 

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