Heiraten im Ausland – worauf muss man achten?

Umgeben von majestätischen Bergen, am strahlend blauen Mittelmeer, im schillernden Las Vegas oder in Paris, der Stadt der Liebe – manche Paare wollen für das einzigartige Ereignis eine einzigartige Location. Idyllische Schauplätze oder aufregende Orte wie der afrikanische Busch lassen die Hochzeit zu einem unvergesslichen Highlight werden. Im Ausland suchen viele Liebende Plätze, die Deutschland nicht bieten kann. Doch gerade bei einer Hochzeit im Ausland ist sorgfältige Planung und Vorbereitung wichtig.

Wichtige Dokumente für die Hochzeit im Ausland

Welche Papiere bei einer Auslandshochzeit benötigt werden, lässt sich nur schwer verallgemeinern. So unterschiedlich wie die Hochzeitslocations, so unterschiedlich sind auch die Anforderungen für die standesamtliche Hochzeit in jedem Land. Die Bandbreite der formalen Rahmenbedingungen reicht von einfacher und unbürokratischer als in Deutschland bis hin zum umständlichen Zusammentragen einer Vielzahl von Dokumenten, Urkunden und Papieren. Grundsätzlich sind allerdings Reisepass oder Personalausweis und Geburtsurkunde des Paares immer mitzubringen. Dabei ist zu beachten, dass die Geburtsurkunde, die manchmal auf internationalem Vordruck ausgefertigt sein muss, nicht älter als sechs Monate sein darf. Viele ausländische Standesämter verlangen außerdem ein Ehefähigkeitszeugnis, welches sich Betreffende beim zuständigen deutschen Standesamt besorgen können. Hinzu kommt gegebenenfalls das Scheidungsurteil und bei Verwitweten die Sterbeurkunde des verstorbenen Ehepartners.

Damit bei der Hochzeit aber wirklich nichts schief geht, empfiehlt sich vorher eine Beratung im deutschen Standesamt ebenso wie eigene Recherche über die Anforderungen des Landes. Hilfreiche Auskünfte erhält man zudem bei den deutschen Konsulaten im jeweiligen Land und bei den Auslandsvertretungen dieser Staaten in Deutschland.

Gültigkeit der Hochzeit im Ausland

In Afrika ein Paar und in Deutschland unverheiratet? Ob die Ehe auch in Deutschland gültig ist, hängt von dem Land ab, in dem das Paar heiratet. In den meisten Fällen wird die im Ausland geschlossene Ehe auch in Deutschland anerkannt, sofern sie in dem jeweiligen Land auf rechtsgültige Weise geschlossen wurde. Das heißt, alle Voraussetzungen für die Ehe müssen erfüllt sein und sie muss in der für das Land vorgeschriebenen Form sowie von der zuständigen Stelle durchgeführt werden. Als Nachweis für die Auslandshochzeit ist eine Heiratsurkunde vonnöten, die von der entsprechenden staatlichen Stelle ausgestellt werden muss. Bei vielen Urkunden aus europäischen Staaten reicht die vom ausländischen Standesamt ausgestellte Heiratsurkunde aus. In anderen Staaten wiederum werden die Eheurkunden erst nach einer Legalisation durch die jeweilige deutsche Botschaft anerkannt. Darüber hinaus bestehen mit einigen Ländern spezielle zwischenstaatliche Vereinbarungen, sodass auf die Legalisation verzichtet werden kann und stattdessen eine förmliche Überbeglaubigung der Urkunde, eine sogenannte Apostille, notwendig ist. Diese wird von einer Behörde im Herkunftsland der Urkunde ausgestellt. Da es den Rahmen des Beitrages sprengen würde, für jedes Land einzeln aufzuführen, ob Legalisation oder Apostille erforderlich sind, sollte man sich im Zweifelsfall beim Standesamt erkundigen.

Es ist übrigens keine Pflicht, die Eheschließung in Deutschland nachbeurkunden und somit registrieren zu lassen. Aus diesem Grund ist es möglich, dass jemand wirksam verheiratet ist, selbst wenn dies nicht anhand des deutschen Personenstandsregisters feststellbar ist. Wer allerdings eine deutsche Eheurkunde möchte und von rechtlichen Vorteilen wie dem Wechsel der Steuerklasse profitieren möchte, der muss die Ehe in Deutschland registrieren lassen.

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